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Sieben HummelnEin Zeit lang sind die Weißenburger gern nach Hardt zum Schinkenessen gegangen. Dort ist man dann beim Eckerlein eingekehrt. Die ganze Wirtschaft war nur ein großes Zimmer vor der Küche. Oft war nur der alte Eckerlein zu Hause, die anderen waren draußen auf dem Feld oder im Stall oder sonst wo. Den alten Mann hat man, wenn man ein bisschen vertraut mit ihm war, nur den „Opa“ genannt.An einem schönen Wintertag haben dann einmal meine Gitti und ich beschlossen, dass wir eigentlich nach Hardt zum Schinkenessen gehen könnten. Das war eine recht schöne Wanderung. Die Ludwigshöhe hinauf, durch den Weißenburger Wald hinein in das kleine Dörfchen führte der Weg. Wieder einmal war nur der Opa daheim. Als er uns dann mit seinem Schingng (Schinken) – er hat das Wort immer ein bisschen durch die Nase mit zwei „ng“ hintereinander gesprochen – versorgt hatte, hat er sich ein bisschen zu uns her gesetzt, und dann sind wir ins Plaudern gekommen. Ich habe dann so getan, als ob mich brennend interessieren würde, was in seiner Landwirtschaft so vor sich ginge und habe gefragt: „Na Opa, was habt ihr denn so für Tiere im Stall?“ „Na ja“, hat er gesagt, „wir haben halt eine große Anzahl Schweine für den Schinken, zwanzig Kühe und sieben Hummeln.“ Das ist mir recht komisch vorgekommen, denn dass jemand Bienen hat, das wussteich schon, aber dass nun jemand Hummeln hält, und ausgerechnet gerade sieben Stück, das hatte ich noch nicht gehört gehabt. Deswegen habe ich dann gefragt: „Sind Sie mir nicht böse, Opa, aber sagen Sie mir einmal was Hummeln sind?“ Da hätte ich den armen Mann beinahe in eine Verlegenheit gebracht. Er laut zu denken angefangen: „Nun ja, Hummeln, nun ja, das sind halt, nun das sind halt Ochsen.“ Dabei hat es ihn fürchterlich geschüttelt vor lauter Lachen. Diese Geschichte habe ich dann später einmal meinen Kindern in der Schule erzählt. Und da hat dann mein Anton, ein besonderer Lauser recht dreckig angelacht. Daraufhin habe ich ihn gefragt: „Warum lachst du so dreckig, Anton?“ Da hat der Bub sein schönstes Lachen aufgesetzt und sagte: „Das sind keine Ochsen, Herr Lehrer, das sind Stiere!“ Da meinte ich: „Na, das ist doch das Gleiche.“ Da hat mein Anton erst recht zu lachen angefangen und hat gegrinst: „Das meinen auch nur Sie, Herr Lehrer!“ Da habe ich gemeint: „Dann erkläre mir mal den Unterschied!“ Daraufhin hat sogar mein größter Lauser einen roten kopf bekommen und hat einwenig herumgedruckst. Aber dann hat er sich doch getraut und herausposaunt: „Ein Stier, der kann noch, Herr Lehrer, aber ein Ochse kann nicht mehr!“
Simm Hummln A Zeid lang sin die Weißnburcher gearn aff Hoard zun Schingnessn ganga. Dou is mer dann bein Eggerla eik'herd. Die ganze Werdschafd woar ner bluoß a grouß Zimmer vuur der Kichn. Ofd woar blouß der Ald Eckerla dahamm, di andern warn draßn afm Feld odder im Schdoll odder suschd wou. Den aldn Muu houd mer, wenn mer a weng verdraud midna woar, blouß in „Opa“ g'haßn. An an sche-ina Winderdooch hom nou amol mei Giddi un i beschlossn, daß mer eichendli nach Hoard zun Schingnessn ge-ih kenndn. Des woar a rechd sche-ine Wanderung. Di Lubberer naaf, durchn Weißerburcher Wold nei in des klanne Dörfla houd der Weech g’fiard. Widder amol woar blouß der Opa dahamm. We-i er uns nou mid sann Schingng - er houd des Word immer a weng durch di Noosn mid zwaa ng hinderanander gsachd - versorchd g'habd houd, houd er si a weng herg’hoggd, un nou sen mer a weng ins Blaudern kumma. I hob nou su dou, als we-i wenn mi brennad indreressierad, wos in sanner Landwerdschafd su leffd un hob ner’n gfrouchd: „Na Opa, wos hobd er denn su fiir Fiicher in Schdoll?“ „No ja“, houd er g'sachd, „mir hom hald an Haffm Sei fiirn Schingng, zwanzg Ke-ih un simm Hummln.“ Des is mer nou rechd komisch vur kumma, weil daß anner Biena houd, des hob i scho g'wißd, obber daß edz anner Hummln houd, und ausgrechnd grood simm Schdick, des hob in nunni g'heerd g'habd. Desweng hob i nou g'frouchd: „Sanns mer ned be-iß, Opa, obber soongs mer amal, wos Hummln senn?“ Dou häid i den arma Muu ball in a Verleengheid brouchd. Er houd laud zum Denkn ug'fangd: „No ja, Hummln, no ja, des sin hald, no des sin hald Oxn.“ Dou derbei houds'n gscheid g'schiddld vuur lauder Lachn. De-i G'schichd hob i nou schbader a mal meine Kinder in der Schuul verzilld. Un dou houd mi nou mei Andon - a ganz bsonderer Gnobbern - rechd drecki ausg'lachd. Nou hobin g'frouchd: „Wos lachschdn su dreggi, Andon?“ Dou houd der Bou sei schennschds Lachng aafg'sedzd un houd g'sachd: „Des sin kanni Oxn, Herr Lehrâ, des san Schde-ier!“ Dou hob i gmaand: „No, des is doch is Gleiche.“ Edz houd mei Andon erschd reechd is Lachn uug'fangd, un houd grinzd: „Des maana a blouß Sie, Herr Lehrâ!“ Nou hob i g'maand: „Dann erklär mer a mal den Underschied!“ Dou houd nou sugoar mei gre-ischder Lauser an roudn Kupf gre-ichd, un houd a weng rumdruxd. Obber dann houd er si doch draud un rausposaund: „A Schde-ier kunn nu, Herr Lehrâ, obber a Ox kunn nemmer!“ |