Und doch

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Sven Bach
Bernhard Reil
Elfriede Bidmon
Dieter Rieß

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Und doch gibt es sie noch

 

Wer glaubt denn heutzutage noch an einen Engel? Wir sind doch viel zu gescheit, um zu glauben, dass es sie noch gibt.

Aber ich glaube fast, dass sich ein jeder von uns schon einmal dabei ertappt hat, dass er sich gewünscht hätte, dass gerade jetzt jemand da wäre, der da und dort geschwind ein bisschen helfen könnte.

Wir meinen immer, dass man nur das glauben kann, was man mit den Augen sehen kann, was man mit den Händen greifen kann. Aber sind wir nicht manches Mal einwenig blind, sind wir nicht einwenig gefühllos geworden? Schau dich doch kurz bloß um, lieber Freund, dann wirst du ganz schnell sehen, dass es um uns herum doch noch Engel gibt.

Ich habe letzthin einen getroffen, der hat sich neben mich hin gesetzt und hat bloß mein Geschwätz angehört, hat freundlich gelächelt, und siehe da, gleich ist es mir besser gegangen. Einen anderen habe ich gesehen, der hat die Drecksarbeit um mich herum getan, so als wäre das das Selbstverständlichste auf der Welt. Wieder einer hat sich darum gekümmert, das der da wieder eine Arbeit bekommen hat, und ein ganz anderer hat einem Frauchen auf der Landstraße geholfen, den Reifen an seinem kleinen Auto zu wechseln, obwohl es gestürmt und geregnet hat wie nur etwas. Ein anderer ist in einem roten Gewand bei einem Unfall gewesen und hat sich abgerackert, bis er selbst fast ohnmächtig geworden wäre.

Ein Engel zählt keine Stunden, er fragt nicht nach seinem Lohn. Er gibt dem die Hand, der sie halt gerade braucht, eben jenen, die im Moment einen großen oder kleinen Kummer haben.

Ich weiß genau, dass du bald wieder einen Engel triffst. Du wirst es schon spüren! Du musst nur aufpassen, wenn es dir mal wieder einwenig warm ums Herz wird.

 

Un doch gitt sis nu

 

Wer glabbt denn heitzerdooch nu an ann Engl? Mir senn doch alli vüll z´ g´scheid, als we-i dass mir glaabertn, dass solchi nu gidd.

Obber i maan fascht, dass si a jeder vo uns scho amal derbei derdabbt hout, dass er si g´wischt he-it, dass etzerla ebber dou wär, der wou nern gschwink a weng dou un dord helfm kennt.  Mir maana immer, dass mer blouß des glaam kunn, des wou mer mid die Aung seeng kunn, des wou mer mit die Händ begreifm kunn. Obber san mir net mannichsmal a wenig blind, sammer a wenig g´fühlslos worn? Schau di doch blouß a wengerla um, le-iber Freind, nou werscht ganz schell seeng, dass doch nu Engl git um ins rum.

I hobb letschthin an droffm, der hout si nebber mi hiig´hockt un hout si mei G´sooch blouß uug´härt, hout freindli g´lächlt, unn sigschtas, glei is mer besser ganga. An andern hobb i g´seeng, der hout die Dreegärbert um mi rum g´macht, suu als wärs is Selbstverschändlichschde aff der Weld. Widder anner hout si drumm kimmert, dass der Sell widder a Ärbert gre-icht hout, un a ganz anderer hout an Weibla aff der Landschdrouß g´holfm inn Reifm an ihrn Audola zunn wegxln, obwohls g´schdermt un g´rengt hout, we-i ner wooß. Der ander is in an routn G´wand ba an Unfall g´ween un hout si oodou, bis er selber fascht umkibbt wär.

A Engl züllt kanni Schundn, er froucht net nouch an Lohn, er git den sei Händ, der wou´s halt braucht, grood solchi, de-i wou grod an groußn odder an klanna Kummer hom.

I waß ganz genau, daschd ball widder an Engl driffscht. Du mörkscht as scho! Du mouscht blouß aafbassn, wenns der amal widder a weng warm werd ums Herz rum.