Der Klimawandel machte dem Tag der Volksmusik im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim in diesem Jahr – fast – einen Strich durch die Rechnung.
Seit 1987 findet die Veranstaltung traditionell am letzten Sonntag im Juni statt. Doch bei angekündigten Temperaturen von bis zu 40 Grad wollte die Vorstandschaft der ARGE kein Risiko eingehen. Die oft langen, überwiegend sonnigen Wege zwischen den Häusergruppen wären für Besucherinnen und Besucher wie auch für die Mitwirkenden eine zu große Belastung gewesen.
Ganz ausfallen musste der Tag der Volksmusik deshalb aber nicht. Stattdessen wurde kurzerhand ein Ersatzprogramm auf die Beine gestellt – eine Idee, die sich als echter Glücksgriff erwies. Im Biergarten des vorderen Wirtshauses, also direkt im Eingangsbereich, entstand eine musikalische „Auffangstation“, wie Organisatorin Stefanie Jockusch sie augenzwinkernd nannte.
Den Auftakt gestalteten Crème Blech und die Bad Windsheimer Sänger. Dazwischen trug Maria Bauer heitere und nachdenkliche Texte rund um den Sommer vor. Anschließend sorgten Nonfiltrata, Steffis kleine Zachmusik und SingGsang in lockerer Folge für abwechslungsreiche musikalische Unterhaltung. Ein besonderer Moment ergab sich, als sich die anwesenden Musikantinnen und Musikanten spontan zu einer großen gemeinsamen Besetzung zusammenfanden. Erstaunlich mühelos fanden sie ein gemeinsames Repertoire und begeisterten das Publikum.
Auch der Tanzboden blieb nicht leer: Zu Walzer, Rheinländer und Schottisch wurde doch immer wieder getanzt – und selbst rasante Dreher lockten trotz der sommerlichen Hitze etliche Tanzfreudige aufs Parkett. Am Infostand der ARGE blieb daneben genügend Zeit für Gespräche und den Kauf von Noten.
Am Ende waren sich alle einig: Das auf den Biergarten konzentrierte Ersatzprogramm erwies sich als gelungene Alternative. Die entspannte Atmosphäre und die unmittelbare Nähe zwischen Musizierenden und Publikum verliehen dem Tag der Volksmusik einen ganz eigenen Charme. Entsprechend groß war das Lob für Organisatorin Stefanie Jockusch, die mit ihrer spontanen Umplanung den Tag gerettet hatte. Ob sich der traditionelle Termin Ende Juni angesichts immer heißerer Sommer auch künftig für eine ganztägige Veranstaltung im Freilandmuseum eignet, wird die Vorstandschaft allerdings sorgfältig abwägen müssen.
(Text: Steffi Zachmeier, Fotos: Karin Bümlein, Peter Sauer)






