Eindrücke einer Absolventin
Am 19. April 2026 ging der erste Zertifizierungskurs mit einem kleinen Festakt zu Ende. Nach sieben spannenden Wochenenden in Freyung, die angefüllt waren mit Singen, Musizieren, Tanzen, Theorie, Praxis, Basteln, Ratschen, Zuhören, Diskutieren, Jodeln, Essen, Trinken, Lachen und Machen war am achten Wochenende die Prüfung und damit vorerst mal Schluss mit Freyung.
(Ausschnitt aus: Scheffauer Walzer (Volksweise), gespielt von Teilnehmenden des Zertifizierungskurses in einer „Spontan-Musik-Session“)
Die meisten Teilnehmenden waren aus Niederbayern, niederbayrisch war auch die Referentensprache. Das war anfangs ziemlich fremd für meine Ohren, aber mit der Zeit hab ich mich daran gewöhnt. Dafür durften die anderen auch ein paar fränkische Lieder singen und dabei lernen, dass das Fränkische viel weiter vorne im Mund sitzt, als das Niederbayrische. Wir hatten jedenfalls viel Spaß miteinander und unsere Horizonte erweitert.
Meinen persönlichen Augenöffner hatte ich im Modul Inklusion. Es wurde die Methode „Max einfach“ vorgestellt, die in der Musikschule Fürth entwickelt wurde und seit Jahren praktiziert wird. Die niederbayrischen Behinderteneinrichtungen sind dabei, diese Methode zu etablieren und eine Band wie „Vollgas“ aufzubauen. Ich war wirklich überrascht, dass diese Methode so etwas Besonderes ist, weil es für mich ganz selbstverständlich ist, Noten so aufzubereiten, dass alle im Chor mitspielen können. Es gäbe natürlich noch viel viel mehr zu erzählen und zu berichten. Sprecht mich doch gerne an, wenn wir uns mal über den Weg laufen.
Ich fand den Zertifizierungskurs spannend, weil er mir eine musikpädagogische Ausbildung/Weiterbildung bot, die ich bisher so noch nicht hatte. Weiter hab ich bei mir gedacht, vielleicht ergibt sich ja eine neue berufliche Perspektive. Was soll ich sagen – meine persönlichen Erwartungen haben sich erfüllt und noch viel mehr obendrauf. Der nächste Kurs startet im Oktober 2026. Anmelden kann man sich unter: https://www.heimat-bayern.de/volksmusik/zertifizierung/
Text: Karin Mehring (Auch abgedruckt in: Fränkische Volksmusikblätter 3/2026)